Zahnpflege bei Katzen

Zahnpflege bei Katzen

Muss ich meiner Katze die Zähne putzen? Die Zahnpflege des Stubentigers wird häufig belächelt, aber zum Wohl des Tieres lohnt es sich, die Mundhygiene im Blick zu behalten. Es ist erschreckend, dass etwa Dreiviertel der Katzen an Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen leiden.

Zahnstein entsteht bei Katzen wie beim Menschen. Speisereste bleiben zwischen oder auf den Zähnen haften und vermischen sich mit den Mineralien im Speichel zunächst zu einem weichen Zahnbelag. Wird der Zahnbelag nicht entfernt, verhärtet dieser zu Zahnstein, welcher Zahnfleischentzündungen und Parodontose auslösen kann. Die Zähne werden locker, schlimmstenfalls droht der Verlust der Zähne.

Katzen in freier Wildbahn können mit Lücken im Gebiss nur schwer überleben, weil sie die Fang- und Reißzähne zum Fangen und zum Verzehr der Beute benötigen. In der Obhut des Menschen muss die Katze zwar nicht mehr aktiv Futter erbeuten. Ein gesundes Maul ist jedoch dennoch wichtig, denn die Bakterien aus dem entzündeten Zahnfleisch können über den Blutkreislauf zu anderen Stellen im Körper gelangen und Krankheiten auslösen. Ein Nierenschaden oder eine Herzkrankheit können beispielsweise als Ursache eine Zahnfleischentzündung haben.

Wie Sie eine Zahnfleischentzündung bei Ihrer Katze erkennen

Katzen lassen sich nicht gerne ins Maul gucken, aber sie reißen es gerne freiwillig zum Gähnen auf. Dabei können Sie das Gebiss ganz gut inspizieren.

Anzeichen einer Zahnfleischentzündung sind:

  • Übler Mundgeruch
  • Starker Speichelfluss bis hin zum Sabbern
  • Blutiger Speichel
  • Bräunliche Verfärbung der Zähne
  • Feste Zahnbeläge, vor allem an den Backenzähnen
  • Verweigerung von Trocken- oder sogar Nassfutter wegen Zahnschmerzen
  • Gerötetes Zahnfleisch

Wie Sie die Zähne einer Katze pflegen

Trockenfutter zur Zahnreinigung

Wildlebende Katzen, die sich von Mäusen und anderen Beutetieren ernähren, erhalten eine natürliche Zahnreinigung, welche in Dosenfutter nicht enthalten ist. Deshalb sollten Sie neben dem Nassfutter Ihrer Katze auch Trockenfutter anbieten. Das harte Futter entfernt mechanisch den Zahnbelag. Eine Zahnfleischmassage sowie ein Training der Kaumuskeln gibt es noch gratis dazu. Es gibt sogar Trockenfutter, das speziell für die Zahnreinigung konzipiert ist. Sollte Ihre Katze das Fressen von Trockenfutter verweigern, kann dies ein Hinweis auf Zahnschmerzen sein. Die mechanische Reinigung wird auch durch spezielle Zahnspielzeuge angeregt.

Zähne putzen mit Zahnbürste oder Fingerlingen

Obwohl Zahnprobleme vor allem bei älteren Tieren auftreten, sollten Sie in jungen Jahren mit der Zahnpflege starten, weil Sie so die Katze ans Zähneputzen gewöhnen. Versuchen Sie zunächst behutsam die Lippen nach oben und unten zu bewegen. Lässt die Katze sich das gefallen, können Sie das Zahnfleisch massieren und später mit einer Bürste oder einem Fingerling das Gebiss reinigen. Wichtig ist, dass die Katze sich wohlfühlt. Hören Sie auf, sobald die Katze Unbehagen zeigt. Für die Zahnreinigung der Katze gibt es spezielle Katzenzahnpasta, die sich geschmacklich an den Bedürfnissen des Vierbeiners orientiert. Außerdem finden Sie im Handel Zusatzstoffe für Futter und Wasser, die prophylaktisch gegen Zahnstein und Entzündungen wirken können.

Ist die Parodontose bereits weit fortgeschritten, kann der Tierarzt weiterhelfen. Er kann unter leichter Narkose das Gebiss mit Ultraschall reinigen und Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien sammeln und Entzündungen verursachen, behandeln.

 

 

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